Dialog | Kulturpolitik für die Zukunft / Forum / Strategien der Transformation /


Forum: Strategien der Transformation

 

Zentrale Themen wurden spartenübergreifend in vier Foren diskutiert. Das „Forum: Strategien der Transformation“ befasste sich mit dem notwendigen Wandel in den Einrichtungen selbst, unter andrem mit Programm, Personal, Publikum und Partizipation.

Veranstaltungen

Forumsleitung und Beratungskreis

Haupttext

Handlungsempfehlungen

  • Es gilt, Kunst- und Kultureinrichtungen als lernende Organisationen zu begreifen und Change-Prozesse zu etablieren, etwa durch die Arbeit mit agilen Modellen des Managements und Anwendung eines modernen Diversity Managements.
     
  • Einrichtungen sollten intern und extern ermitteln, wo ihre Zugangsschwellen liegen und diese abbauen. Angestrebt ist eine verbesserte Außenwahrnehmung und breitere Akzeptanz.
     
  • Die Öffnung von Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit verlangt neue Nutzungs­konzepte und -innovationen.
     
  • Die Zusammensetzung des Personals sollte der gesellschaftlichen Diversität entsprechen. Hier bietet sich die Schaffung einer Stelle eines oder einer Diversitätsbeauftragten an.
     
  • Eine Besucherforschung dient der programmatischen Neuausrichtung und Entwicklung nachfrageorientierter Programme.
     
  • Partizipation bildet sich in Kooperationen mit verschiedenen Partnerinnen und Partnern der Zivilgesellschaft ab, etwa mit Migrantenorganisationen.
     
  • Evaluation sollte als Mittel der Wirksamkeitsüberprüfung verstanden werden und eine strategische Neuausrichtung und andere Change-Prozesse konstant begleiten.
     
  • Eine Flexibilisierung und Erweiterung der Förderkriterien und -methoden ist ­wünschenswert, um die Lücke zwischen Projektförderung und institutioneller Förderung zu verringern oder gar zu schließen.
     
  • Einfache Sprache und Mehrsprachigkeit bei Anträgen auf Förderung ermöglichen mehr Diversität bei den Antragstellern. Video-Tutorials können Antragsprozesse sinnvoll begleiten, ebenso die Schaffung einer Datenbank mit Hilfestellungen und der Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs.
     
  • Der als Projekt gestartete „Innovationsfonds Kunst“ soll durch einen „Innovationsfonds 2.0“ verstetigt und weitergeführt werden.
     
  • Kulturelle Bildung erfordert ressortübergreifende Kooperationen.

Galerie

Best Practice


Personal – Abbild der Gesellschaft


Benchmarking-Tool für Diversitätsmanagement in Kulturinstitutionen 

Das zentrale Ergebnis des -zweijährigen europäischen Forschungsprojekts „Brokering Migrants‘ Cultural Participation“, an dem zwischen Oktober 2013 und August 2015 Kulturinstitutionen aus Belgien, Italien, Österreich, Schweden und Spanien beteiligt waren, ist ein Benchmark-Tool für Diversitätsmanagement in Kulturinstitutionen. Durch dieses Werkzeug haben Kulturinstitutionen die Möglichkeit, sich intern mit der Thematik des demographischen Wandels auseinanderzusetzen. Entlang unterschiedlicher Kategorien wie Strategieentwicklung, Programmangebot, Kommunikation mit Besucherinnen und Besuchern, Personalangebot oder Zulieferer erfolgt eine kritische Selbsteinschätzung. Der Test gibt Anregungen für zukünftige Entwicklungsprozesse.

→ http://educult.at/forschung/brokering-migrants-cultural-participation/

 



­


Neue Wege der Kunst- und Kulturvermittlung


„Selam Opera!“ 

2011 rief die Komische Oper Berlin das interkulturelle Projekt „Selam Opera!“ ins Leben, dessen Leiter Mustafa Akça als Impulsgeber bei der Dialog-Veranstaltung „Transformationsprozesse in der Praxis“ am 17. Mai 2019 in Freiburg mitwirkte. „Selam Opera!“ ermöglicht neue Formen der Begegnung zwischen Stadtgesellschaft und Oper. Das Publikum ist eingeladen, diesen Weg mitzugehen.

Öffnung hin zur Stadt: Für die Komische Oper Berlin heißt das nicht nur, die Tore, ihre Musik und ihre Kunstform für jeden und jede unabhängig vom kulturellen, sozialen oder finanziellen Hintergrund zu öffnen, sondern beispielsweise mit dem „Operndolmuş“ auch selbst die Schwelle des Hauses zu überschreiten. Hinter der -Bezeichnung, die auf die in der Türkei üblichen Sammeltaxis anspielt, verbirgt sich ein mit Sängerinnen und Sängern, Musikerinnen und Musikern der Komischen Oper besetzter Kleinbus, der zu Stadtteilen mit -einem hohen Anteil an Bürgerinnen und Bürgern unterschiedlichster Kulturkreise fährt und vor Ort eine -szenisch-musikalische Reise durch 500 Jahre Operngeschichte unternimmt. Seit 2014 gibt es den „Operndolmuş für Kinder“, der Schulklassen, Familien mit junger Zuhörerschaft in Elterncafés und inter-kulturellen Familienzentren besucht.

→ https://www.komische-oper-berlin.de/entdecken/selam_opera/

 

 


Publikum – Publikumsforschung – Evaluation


KULMON – Kulturmonitoring 

Die Kulturverwaltung Berlin und Berlin Tourismus Marketing Gesellschaft -(visitBERLIN) führen unter dem Namen KULMON (Kulturmonitoring) seit 2009 systematisierte Befragungen in vielen Berliner Kultureinrichtungen durch. Die zentrale Sammlung ermöglichte eine Vergleichbarkeit der Daten. Die Ergebnisse geben einen Überblick über den Stand der kulturellen Teilhabe und ermöglichen eine gezielte Angebotsentwicklung und Bewerbung im Sinne eines systematischen Audience Developments. 

→ https://about.visitberlin.de/kontinuierliche-besucherinnenforschung-fuer-den-kultur-und-freizeitbereich-kulmon

 

 


Förderung – flexible Förderung über Mittler


House of Resources 

Im Forum der Kulturen Stuttgart sind mehr als 130 Migrantenvereine aus Stuttgart und der näheren Umgebung organisiert, die ihrerseits kulturelle Veranstaltungen planen und Orte der -Begegnung organisieren. Dieses Engagement kostet Kraft, Zeit und Geld – hier setzt das Förderkonzept House of Resources mit individuellen Angeboten an. (Ausführlich: siehe S. 101)

→ https://www.forum-der-kulturen.de/angebote/house-of-resources/

 

 


Öffnung – Rauminnovation 


THEABIB & BAR am Staatstheater Karlsruhe

Ein ungewöhnlicher Ort zum Lernen, Arbeiten und kreativen Denken fanden Studierende bis zum Beginn der Umbauarbeiten am Badischen Staatstheater Karlsruhe. In Kooperation mit der Bibliothek des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) wurde das Theaterfoyer in den Examensphasen wochentags zwischen 9 und 16.30 Uhr unter den Namen THEABIB & Bar zum Lernort. -Neben WLAN und Kaffeebar fanden Studierende dort auch Lernberaterinnen und -berater sowie einen Arbeitsmittel-Service. Diese aktuell ausgesetzte Maßnahme entspricht der Überzeugung des Intendanten Peter Spuhler, insbesondere öffentlich finanzierte Theaterbauten der Bürgergesellschaft als attraktive und barrierefreie Treffpunkte zur Verfügung zu stellen.

→ https://www.staatstheater.karlsruhe.de/karten/angebote_studierende/

→ https://www.facebook.com/TheaBib/

 

 


Klima- und Umweltschutz 


Kompass für nachhaltiges Produzieren im Kulturbereich

Im Zuge ihrer Nachhaltigkeitsinitiative bietet die Kulturstiftung des Bundes über ihre Homepage und unter der Überschrift „Einfach machen!“ ein -Kompass für ökologisch nachhaltiges Produzieren im Kulturbereich an. Darin finden sich Anregungen für die Büroorganisation genauso wie für die Wahl des Veranstaltungsortes, die Materialbeschaffung, die Müll-entsorgung und die Mobilität.

→ https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/fileadmin/user_upload/content_stage/emas/Kompass-fuer-nachhaltiges-Produzieren-im-Kulturbereich-2020-KSB.pdf

 

Green Shooting 

Die MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg beschreibt mit dem Begriff „Green Shooting“ („Grünes Drehen“) möglichst ressourcenschonende Produktionsmethoden in der Film-herstellung. Die vorgestellten Maßnahmen sollen dabei helfen, die Emissionen deutlich zu reduzieren und nachhaltig zu produzieren.

→ https://greenshooting.mfg.de/

 

 

Statements